Exponat des Quartals: „Beutekunst“ im Karl-May-Haus

„Beutekunst“ im Karl-May-Haus

Zur rechten Zeit kann unser Museum im II.Quartal 2014 ein Exponat der besonderen Art präsentieren. Nicht nur, dass die Fotografie anlässlich des 60. Geburtstages von Klara May am 4. Juli 1924 aufgenommen wurde und somit hervorragend zum „Klara-May-Jubiläumsjahr“ (150. Geburtstag / 70. Todestag) passt, sondern wir können mit dem Erwerb dieser historischen Aufnahme auch einen sinnvollen Nachweis bezüglich des Umgangs mit dem Geld dokumentieren, welches unsere werten Museumsbesucher zusätzlich zum „Eintritts-Obulus“ in der nicht immer vernachlässigten Spenden-Box hinterlassen. (Auch auf diesem Weg nochmals herzlichen Dank und: Weiter so!!!)

Der wichtigste Aspekt ist jedoch folgender: Max Weltes Tochter Irmgard Morgner, deren 100.Geburtstag wir voriges Jahr feiern durften, konnte die Aufnahme als eines jener Fotos identifizieren, welches zum Bestand der Ende der 80er Jahre aus ihrem Besitz gestohlenen Objekte gehörte. Juristisch ist da wohl nichts mehr zu machen und doch überwiegt die Freude darüber, dass das Foto zugleich Beweis dafür ist, dass das Diebesgut zwar verschollen, jedoch noch existent ist. Die heute betagte Dame mit der geistigen Frische einer Zwanzigjährigen hatte auf der Rückseite als Teenager einige (leider nicht alle) Personen auf dem Foto dokumentiert. So sehen wir in der vorderen Reihe Else Weber (die Frau Walter Webers) als 5te von links und Gertrud Welte (die Frau von Max Welte) als 6te von links.
Max Welte selbst befindet sich in der hinteren Reihe mit dem Kopf vorm Fenster und links von ihm steht Walter Weber. Beide Männer gehörten zur Skat-Runde Weber-Welte-März, mit denen May so manches Spielchen machte. Webers waren übrigens Patentante bzw. Patenonkel der Kinder von Max Welte.

Wahrhaft ein Bild mit Geschichte, welches weiterer Recherchen bedarf, zumal die Frage offen ist: wo ist der Rest der „Beutekunst“?

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