Museum

Betritt der Besucher das “Kleine Museum mit dem großen Inhalt”, so empfängt ihn in einem hellen Korridor Karl May persönlich. Die lebensgroße Holzschnitzerei “Old Shatterhand” von Siegfried Otto Hüttengrund lädt zu Fotos ein.

Bevor man treppauf in die erste Etage gelangt, betritt man den Kassenraum und den Museumsshop, das einstige “Großmutterstübchen”, über welches Karl May schrieb:

“… Großmutter, die Mutter meines Vaters, zog in das Parterre, wo es nur eine Stube mit zwei Fenstern und die Haustür gab. Dahinter lag ein Raum mit einer alten Wäscherolle, die für zwei Pfennige pro Stunde an andere Leute vermietet wurde…Über eine enge Wendeltreppe erreicht man das Obergeschoss. … Im ersten Stock wohnten die Eltern mit uns. Da stand der Webstuhl mit dem Spulrad…”

Auch heute befindet sich im ersten Stockwerk der nachgestaltete Arbeits- und Wohnraum der Familie May. Die realistischen Darstellung der engen Weberstube zeigt das soziale Umfeld der Mayschen Kindheitsjahre und erlaubt einen Blick in den Alltag des 19. Jahrhunderts.

Eine separate Nische bietet einen gemütlichen Sessel, viele Bücher und die Möglichkeit, neben dem Werk auch die Haus- und Familiengeschichte kennenzulernen.

“… Im zweiten Stock schliefen wir mit einer Kolonie von Mäusen und einigen größeren Nagetieren, die eigentlich im Taubenschlage wohnten und des Nachts nur kamen, uns zu besuchen…”

In der nächsten Etage werden die Lebensstationen Karl Mays und sein Werk dargestellt – ein Schicksal, das mitunter abenteuerlicher verlief als die Geschichten der Romanhelden. Tafeln und ausgewählte Exponate vermitteln einen umfassendenen Überblick, während verschiedene Touchscreenmonitore erlauben, auch tiefer in die Vergangenheit einzutauchen.

In einem kleinen Raum wird eine Auswahl an ausländischen Karl-May-Ausgaben, ein Sammelschwerpunkt des Museums, präsentiert. Kopfhörer bieten die Möglichkeit, sich “Winnetou I” in verschiedenen Sprachen vorlesen zu lassen.

So eng das Karl-May-Geburtshaus auch ist, es gibt noch ein drittes Stockwerk, früher ein Taubenschlag. In den Anfangsjahren des Museums wurde dieser Raum als Lesestube genutzt, um Interessierten Zugang zur in der DDR schwer beschaffbaren Karl-May-Literatur zu ermöglichen. Heute befindet sich hier der Ausstellungsteil zur Wirkungsgeschichte.
Verschiedene Exponate laden zum Wiederkennen ein und bieten trotzdem viele neue Informationen. Am Tresen eines Saloons sitzend kann der Besucher auch hier noch deutlich mehr erfahren.