Betritt der Besucher das “Kleine Museum mit dem großen Inhalt”, so empfängt ihn eine anheimelnde Atmosphäre. Fotos und Dokumente im Gang des Erdgeschosses berichten von der Geschichte des Hauses und der Beziehung zu seinem berühmtesten Bewohner. Bevor man treppauf in die erste Etage gelangt, betritt man den Kassenraum und den Museumsshop, das einstige “Großmutterstübchen”, über welches Karl May schrieb:
“… Großmutter, die Mutter meines Vaters, zog in das Parterre, wo es nur eine Stube mit zwei Fenstern und die Haustür gab. Dahinter lag ein Raum mit einer alten Wäscherolle, die für zwei Pfennige pro Stunde an andere Leute vermietet wurde…Über eine enge Wendeltreppe erreicht man das Obergeschoss. … Im ersten Stock wohnten die Eltern mit uns. Da stand der Webstuhl mit dem Spulrad…”
Heute bildet das erste Stockwerk das Kernstück des Museums. Hier werden die Lebensstationen Karl Mays und sein Werk dargestellt – ein Schicksal, das mitunter abenteuerlicher verlief als die Geschichten der Romanhelden.
“… Im zweiten Stock schliefen wir mit einer Kolonie von Mäusen und einigen größeren Nagetieren, die eigentlich im Taubenschlage wohnten und des Nachts nur kamen, uns zu besuchen…”
Heute befindet sich in dieser Etage der nachgestaltete Arbeits- und Wohnraum der Familie May. Die realistischen Darstellung der engen Weberstube zeigt das soziale Umfeld der Mayschen Kindheitsjahre und erlaubt einen Blick in den Alltag des 19. Jahrhunderts.
In einem kleinen Raum werden die ausländischen Karl-May-Ausgaben, ein Sammelschwerpunkt des Museums, gezeigt. Für die Zeit nach 1945 befinden sich in den Vitrinen Bücher aller Sprachen, in die der Autor übersetzt worden ist – ein farbenfrohes Wandfries der weltweit erschienenen May-Ausgaben.
So eng das Karl-May-Geburtshaus auch ist, es gibt noch ein drittes Stockwerk, früher ein Taubenschlag. In den Anfangsjahren des Museums wurde dieser Raum als Lesestube genutzt, um Interessierten Zugang zur in der DDR schwer beschaffbaren Karl-May-Literatur zu ermöglichen. In dem 1997 sanierten Dachgeschoss befindet sich heute eine Dokumentation des DEFA-Trickfilms “Die Spur führt zum Silbersee”.