„Winnetou war geboren 1840 und wurde erschossen am 2. 9. 1874. Er war noch herrlicher, als ich ihn beschreiben kann!“
 
Mit diesen oder ähnlichen Hinweisen beantwortete Karl May die Nachfragen seiner vorwiegend deutschsprachigen Leser, die dank seiner lebendigen Schilderungen fest an die Existenz Winnetous glaubten. May zeigte ihnen Winnetous Silberbüchse und verschenkte Pferdehaare an treue Leser. Diese danken es ihm bis heute mit unwandelbarer Treue, mit Zeichnungen, Plastiken, Gedichten, Liedern, Bühnenstücken, Comics, Filmen, Hörspielen und immer wieder auch neuen Abenteuern in Buchform.
 
Vom ersten Auftritt als wilder Indianer im fortgeschrittenen Mannesalter 1875 bis zum letzten Roman 1910, in dem Winnetou als Verkörperung des „Edelmenschen“ erscheint, machte die Figur mit ihrem Schöpfer eine Wandlung durch. Und diese Wandlung setzte sich auch nach Mays Tod fort.
 
Die neue Sonderausstellung im Karl-May-Haus zeigt anhand von Bildern und Exponaten aus knapp 150 Jahren die verschiedenen Facetten der Projektionsfläche „Winnetou“ von 1875 bis in die Gegenwart.
 
Auch wenn Winnetou tatsächlich kein „treues Einzelbild“ (Zitat May) auch nur eines indigenen Volkes war, wirkt seine Strahlkraft bis in die Gegenwart – und in seiner noch heute bekannten, ikonischen Gestalt lädt er ein, andere Kulturen kennen zu lernen, neugierig zu sein auf fremd wirkende Völker, und Gemeinsamkeiten zu finden, die Freundschaften ermöglichen. Über Zeit und Raum hinweg.
 
Winnetou ist nicht nur ein Held; er war und ist stets ein Brückenbauer.

Pressetext zur Sonderausstellung