Karl-May-Haus Information Nr. 36

Am 25. Februar 2021 erschien das Heft 36 (80 Seiten, 38 Abb., 31 Faksimile) der „Karl-May-Haus Information“ für den Stückpreis von 5,50.

Auszug aus dem Editorial des Heftes:

„Auch und gerade im Jahr 2020 – das Karl-May-Haus ist geschlossen und der Rest der Welt gefühlt ebenso – wird viel geschrieben und gelesen. Wie könnte es auch anders sein. Ich will also ohne lange Vorrede einfach vorstellen, was die neue ,Karl-May-Haus Informationʻ Ihnen zu bieten hat:

Jenny Florstedt, Hartmut Schmidt und Florian Schleburg setzen die bunte Reihe der ‚Correspondenzen des Dr. May‘ fort. Zwei der Schreiben an May dokumentieren, dass immer wieder Leser sich und dem Autor Fragen stellten, die uns auch heute noch bei der Lektüre seiner Werke beschäftigen: zur gesundheitlichen Konstitution Mays, zu naturwissenschaftlichen Hintergründen geschilderter Vorgänge, zur Chronologie der Ereignisse oder zu seinen fabelhaften Sprachkenntnissen. May konnte froh sein, wenn jugendliche Verehrer wie 1895 Hermann Stadlinger ihm schrieben, aber manchmal verdarben ihm sicher auch einigermaßen unverblümte Angebote wie das des Kaufmanns Paul Werner 1909 den Tag. Außerdem sehen wir May als fleißigen Postkartenschreiber – auch an sich selbst.

Besonders empfehlen möchte die Redaktion die beiden Beiträge von Hainer Plaul, der zunächst die Fakten zu Mays Aufenthalt 1869 in Jöhstadt hinterfragt und neu sortiert. Ganz erstaunlich ist aber, was er zur Familie Dietrich, insbesondere der weitgehend alleinerziehenden Frau Louise und deren überaus erfolgreichen Kindern herausgefunden hat. Karl May erscheint hier in keinem guten Licht. Wer hätte gedacht, dass die von ihm so Geschmähte eng mit der Geschichte der Frauenbewegung in Verbindung stand und ihre Tochter eine der ersten Ärztinnen in Sachsen war!

Hans-Dieter Steinmetz stellt die ,Neisser Zeitungʻ aus Schlesien und deren langjährige kritische Berichterstattung über May und seine Prozesse vor. Dass der Autor einige Patenkinder hatte, ist bekannt, aber ungewöhnlich ist dessen persönliche Verzeichnung in einem Taufbuch. Das Spannendste am Nachtrag zur Karl-May-Bibliographie der DDR ist weniger das Erscheinen des letzten Buches nach dem Ende des Landes, sondern vielmehr der lange Weg bis dorthin. […]

Neben biografischen Themen interessiert uns immer auch Regionales, und so bildet einen weiteren Schwerpunkt des Heftes die Stadt Hohenstein-Ernstthal. Erstmals veröffentlicht werden kann hier ein Artikel über die berüchtigte ‚Lügenschmiede‘ von Hans Zesewitz, der bereits in den 1930er Jahren Erinnerungsstätten an Karl May in seiner Heimatstadt erkundete. Einen ähnlichen Blick hatten später viele Besucher, so dass wir mit einer Serie seltener Fotos die lokalen Ansichten ergänzen können.“