Die Karl-May-Szene und die Stasi – unsere Veranstaltung im Oktober

Die Stasi hatte die Karl-May-Szene der DDR fest im Griff: In den bei­den Mu­se­en in Ho­hen­stein-​Ernst­thal und Radebeul be­rich­te­ten bis zur Wen­de In­of­fi­ziel­le Mit­ar­bei­ter (IM) an das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Im Karl-May-Haus Hohenstein-Ernstthal war es der erste Direktor der Einrichtung, der bereits 1987 eine Verpflichtungserklärung der Stasi unterzeichnete und fortan zahlreiche Spitzelberichte über May-Freunde und Museumsbesucher verfasste. Wie aktuelle Recherchen zutage förderten, fanden noch kurz vor der Wende konspirative Stasi-Treffs in Karl Mays Geburtshaus statt. 

Der Vortrag von Nicolas Finke fasst den aktuellen Forschungsstand zum Thema zusammen und setzt einen Schwerpunkt auf die Hohenstein-Ernstthaler May-Institution. Er folgt da­mit weg­wei­sen­den Pub­li­ka­tio­nen bekannter May-​For­scher, an deren Erkenntnisse kürzlich ein mehrteiliger Beitrag in der Zeitschrift „KARL MAY & Co. – Das Karl-May-Magazin“ anknüpfte. So finden im Vortrag auch Dokumente Berücksichtigung, die bis zur Ar­ti­kel­rei­he in KARL MAY & Co. un­be­kannt wa­ren.

Ergänzt wird der Vortrag von einer Präsentation des Magazins „KARL MAY & Co.“ durch den ver­ant­wort­li­chen Re­dak­teur Rolf Der­nen (Bonn), der Ein­blick in die Re­dak­tions­ar­beit gibt und von ak­tu­el­len Pro­jek­ten be­rich­tet.

Nachwuchs

Herzlich begrüßt wurde auf der Sitzung des Wissenschaftlichen Beirates des Karl-May-Hauses am 27. Juni unser neues Mitglied Martin Schulz (Jg. 1978) aus Leipzig.

Wir freuen uns sehr, dass er die Arbeit für die aktuellen und zukünftigen Projekte unterstützt.

Grundsteinlegung für das Depot

Grundsteinlegung bei schönem Wetter kann jeder.

Am 4. Juni 2020 pünktlich 16 Uhr begann die aufgrund der Corona-Pandemie in kleinem Rahmen stattfindende symbolische Aufwartung. Pünktlich 16 Uhr begann es auch zu regnen. Dies war den Umständen jedoch nicht abträglich; im Gegenteil, man war sich einig, dass es unserer Mutter Natur zurzeit gut tat.

Zum Inhalt der Zeitkapsel sei nur so viel verraten, dass die kupferne Bodenhülse (Durchmesser 12 cm/ Länge 37 cm) u.a. Sach- und Zeitzeugen enthält, die unmittelbar mit dem Karl-May-Haus, Karl May und der Geburtsstadt Hohenstein-Ernstthal in Verbindung stehen. In der Hoffnung, dass die betreffende zukünftige Generation noch SD-Karten lesen kann, sind 8 GB weiterreichende Informationen (Baupläne, Verträge, Filmdokumentationen, Vorträge, Sonderausstellungen u.v.a.m.) gespeichert. Dem historischen Anlass entsprechend wurde natürlich auch ein extra angefertigter Mund- und Nasenschutz beigefügt. Überraschungen für den archäologischen „Bergungstrupp“ sind natürlich auch im nunmehr zugelöteten Objekt.